Projekt will Radverkehr im ländlichen Raum verbessern
Das Forschungsprojekt „ProvinzNETZ“ untersucht, wie bessere Radverkehrsverbindungen Dörfer und Städte im ländlichen Raum stärker miteinander vernetzen, die Lebensqualität verbessern und alltägliche Wege auch ohne Auto ermöglichen können.

Während der Radverkehr in vielen Städten zunimmt, steht der ländliche Raum weiter vor großen Herausforderungen: Die Entfernungen zwischen Ortschaften sind oft groß, Radwege zwischen Dörfern fehlen oder sind lückenhaft, und der öffentliche Nahverkehr ist häufig nur eingeschränkt verfügbar. Viele Menschen sind deshalb auch für kurze Wege auf das Auto angewiesen.
Studien zeigen aber, dass ein großer Teil der Bevölkerung das Fahrrad häufiger nutzen würde, wenn Infrastruktur und Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehr besser wären. Hier setzt das Projekt ProvinzNETZ an.
Konzept der 15-Minuten-Stadt auf dem Land
Das Projekt überträgt das Konzept der „15-Minuten-Stadt“, das beispielsweise in Paris, Barcelona oder Portland umgesetzt wird, auf ländliche Regionen: So sollen durch sichere und durchgängige Radverbindungen zwischen Dörfern wichtige Alltagsziele wie Schulen, Supermärkte oder Arztpraxen innerhalb von etwa 15 Minuten erreichbar werden. Dabei spielen Elektroräder eine große Rolle, durch die sich Entfernungen von bis zu fünf Kilometern bequem zurücklegen lassen.
Kooperatives und interdisziplinäres Forschungsprojekt
„Ländliche Regionen benötigen Mobilitätslösungen, die ihren räumlichen und sozialen Gegebenheiten gerecht werden“, sagt Prof. Dr. Angela Francke, die als Leiterin des Fachgebiets Radverkehr und Nahmobilität an der Universität Kassel Teil des Projektes ist. „Mit ProvinzNETZ untersuchen wir, wie interkommunale Radverkehrsinfrastruktur die Erreichbarkeit und Lebensqualität jenseits urbaner Zentren systematisch verbessern kann.“
ProvinzNETZ ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener wissenschaftlicher Fachbereiche und Organisationen der Zivilgesellschaft. Beteiligt sind die Technische Hochschule Wildau, das Fachgebiet Radverkehr und nachhaltige Mobilität der Universität Kassel sowie die Bürgerinitiative geRADeWEGs im Landkreis Gotha.
Werkzeugkasten für Kommunen
Gemeinsam untersuchen sie eine Modellregion im Landkreis Gotha sowie mehrere Vergleichsregionen in Deutschland. Dabei soll auf Grundlage empirischer Analysen, Fachworkshops und der Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren ein praxisorientierter „Werkzeugkasten“ für Kommunen entstehen. Der Werkzeugkasten enthält Planungsstrategien, Empfehlungen zur Zusammenarbeit und Organisation sowie übertragbare Umsetzungsleitlinien für Radverkehrsnetze im ländlichen Raum. Damit sollen Radverkehrsnetze im ländlichen Raum künftig besser geplant und umgesetzt werden können.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2030 gefördert und läuft von November 2025 bis Oktober 2028.
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